Caprylsäure – Mit Fetten zu mehr Energie

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Fühlst du dich tagsüber manchmal geschlaucht oder hättest für bestimmte Aufgaben gern ein bisschen mehr Energie? Bewegung, Schlaf und auch die Ernährung spielen eine zentrale Rolle für deine Energie. Diese Faktoren bestimmen wie viel Energie du zur Verfügung hast. Eine ausgewogene Ernährung bildet die Basis für deine mentale und körperliche Leistungsfähigkeit. Daneben gibt es noch ein paar Booster, um dein Energielevel noch ein wenig zu heben. Einer davon ist eine mittelkettige Fettsäure namens Caprylsäure. Diese stelle ich dir in diesem Artikel vor.

Wo findest du Caprylsäure?

Caprylsäure ist ein Triglycerid und in Ölen oder Fetten enthalten. Eine höhere Menge findet sich in Kokosöl oder in Butter. Außerdem findest du Caprylsäure in Ziegenbutter, Milch, Palm, Weinfuselöl, Fleischprodukten, Meeresfrüchte und Käse. [1] Eine biotechnologische Herstellung mit der Hilfe von Bakterien und Hefen ist ebenfalls schon möglich.

Was ist Caprylsäure und wo wird sie angewendet?

Caprylsäure ist ein farbloses Öl. Wie alle Öle ist sie schlecht wasserlöslich. Caprylsäure wird für Seifen, Farbstoffen und als natürliches Insektizid verwendet. Auf die Haut und in die Augen solltest du Caprylsäure besser nicht bekommen, denn da wirkt sie reizend. Medizinisch wird sie auch als natürliches Fungizid und als Antiseptikum verwendet. Das heißt es ist ein natürliches Mittel gegen Pilze und gegen bestimmte Bakterieninfektionen. Diese Anwendungen wirken auf den ersten Blick vielleicht noch nicht so ansprechend. Die wichtigste Eigenschaft von Caprylsäure ist aber, dass sie zu den MCT-Ölen gehört. [2]

Was waren MCT-Öle nochmal?

MCT steht für “medium-chain triglycerides”. MCT-Öle oder MCT-Fette sind also Triglyceride, die mittelkettige Fettsäuren enthalten. Dazu zählen beispielsweise die Capron- (Nein nicht Cabrón), Capryl-, Caprin- und die Laurinsäure. Das sind alles gesättigte Fettsäuren. Im Vergleich zu LCT also langkettigen Fetten haben sie einen geringeren Brennwert. Mittelkettige Fette werden in der Leber zur Energiegewinnung verbrannt. Sie benötigen keine Transportmoleküle und sind ohne Gallensäuren verstoffwechselbar. Das tolle hierbei ist, dass direkt in die Zelle ins Mitochondrium (das “Kraftwerk” in jeder Zelle) aufgenommen werden können, um dort Energie zu produzieren. Die tolerable Tageszufuhr ist bei jedem Menschen verschieden. Üblicherweise beginnt man mit 20g MCT-Fette und steigert sich jeden Tag stufenweise um 5 – 10g. Wie bei allem gilt: Zu viel ist eben auch nicht gut. Wer zu viel MCT auf einmal verzehrt hat, kann das mit Durchfälle, Krämpfe und Kopfschmerzen einbüßen. Die Obergrenze liegt bei ca. 100g pro Tag.

Wo verwendet man MCT-Öle?

Ein bekanntes Einsatzfeld der MCT-Fette und auch der Caprylsäure ist die ketogene Diät. Bei der ketogenen Diät verzichtet man auf die Zufuhr von Kohlenhydraten bzw. Zucker. Unser Gehirn verbraucht mehr als 20% unserer täglichen Energie und wird in der Regel durch Glukose versorgt. Sinkt die Energieversorgung im Gehirn wirst du müde und kannst dich nicht konzentrieren. Warum sind manche Menschen aber sehr fit, wenn sie fasten? Und wie kann man das sogar über mehrere Wochen oder Monate durchhalten?

Die Antwort liegt in den Ketonkörpern. Früher war es normal, dass der Körper aufgrund von Nahrungsmittelknappheit öfters auf Kohlenhydrate verzichten musste. Ist das der Fall, beginnt der Körper das Fett als Energielieferant zu verbrennen. Fett hat aber den unangenehmen Nachteil, dass es nicht durch die Blut-Hirn-Schranke passt. Es landet also nicht dort, wo unser Gehirn seinen Platz hat. Aus diesem Grund produziert die Leber sogenannte Ketone. Diese Ketone oder Ketonkörper können völlig problemlos und einfach dein Gehirn mit der benötigten Energie versorgen. Durch die Caprylsäure oder andere MCTs gibst du deinem Körper also quasi eine Abkürzung. Die Mittelkettigen Fettsäuren werden nämlich in der Leber verstoffwechselt und dort zu Ketonkörper umgewandelt. Eine ketogene Diät hat sogar neuroprotektive Wirkungen – sie schützt also dein Gehirn.

Der Vorteil von Caprylsäure gegenüber Glukose

Die Aufnahme von mittelkettigen Fettsäuren hat gegenüber Glukose einige Vorteile. Anders als Kohlenhydrate benötigen sie kein Insulin. Das heißt, dass dein Blutzucker davon unbeeinflusst bleibt. Vielleicht kennst du diesen typischen Effekt beim Verzehr von Kohlenhydraten oder insbesondere Zucker. Wenn du Süßigkeiten isst gibst du deinem Körper relativ viel Glukose in kurzer Zeit. Die Glukose geht direkt ins Hirn und du fühlst dich aktiv und fit. Da dadurch aber der Blutzuckerspiegel steigt, reguliert dein Körper entgegen. Durch die beachtliche Menge an Glukose ist diese Regelung aber extrem.

Was hat Glukose mit deiner Dusche zu tun?

Das ist wie wenn du das Wasser in der Dusche am Anfang von kalt auf warm stellst. Es dauert etwas bis es warm wird und aus Ungeduld erhöhst du die Warmwasserzufuhr noch mehr. Plötzlich wird das kalte Wasser viel zu heiß. Aus Reflex reißt du an der Regulierung und stellst auf kühl. Dadurch wird das Duschwasser aber viel zu kalt. So geht das hin und her bis sich eine angenehme Temperatur eingestellt hat. Der Körper macht mit massiver Glukosezufuhr etwas ähnliches. Er regelt aufgrund der starken Zufuhr stärker nach unten als notwendig. Danach wird wieder nach oben geregelt etc. bis sich der Blutzuckerspiegel wieder konstant einstellt. In deinem Gehirn äußert sich dass durch den sogenannten “Zuckerschock”.

Besonders bei Kindern ist das gut zu beobachten, da sie viel sensibler auf Glukose reagieren. Sie bekommen durch Süßigkeiten einen starken Brennstoff um nach 10 – 20 Minuten in einen Erschöpfungszustand zu rasen. Danach kommt wieder etwas Energie, welche sich wieder in Müdigkeit verwandelt. So geht dieses Procedere hin und her, bis es sich einpendelt.

MCT-Öle sind aber vom Blutzuckerspiegel relativ unbeeindruckt. Besonders die Caprylsäure findet aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften einen schnellen Weg zum Gehirn. So kannst du damit innerhalb kürzester Zeit für einen Energie- und Konzentrationsschub im Hirn sorgen. Der Vorteil liegt zusätzlich darin, dass dabei typische Leistungstiefs vermieden werden können.

Die Caprylsäure zur Pilzbehandlung

Die Candidose ist sicherlich die bekannteste Pilzinfektion beim Menschen. Ausgelöst wird sie durch die Hefepilzart Candida albicans. Diese Hefepilzart ist eigentlich im Verdauungstrakt von beinahe jedem Menschen heimisch. Es ist aber mehr ein unauffälliger und stiller Untermieter deines Darms, da Candida albicans normalerweise keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen macht. Bei einem gesunden Immunsystem zumindest. Verändert sich aber durch eine schlechte Ernährung das innere Milieu des Menschen, so verliert es die Balance. Das Immunsystem leidet und Candida albicans kann sich vermehren und überschießen. Ist die Vermehrung schon sehr weit fortgeschritten und beeinträchtigt die Gesundheit, so spricht man von einer Candidose

Caprylsäure ist ein Mittel, welches Candida albicans wirksam bekämpfen kann. Dein Darm produziert normalerweise genügend Caprylsäure, welches ein Ausbreiten von Candida verhindert. Caprylsäure dient nämlich auch als Brennstoff für die Darmbakterien. Also für jene Darmbakterien, die gesundheitlich einen Vorteil bringen. Bringst du aber deine Darmflora durcheinander, so sinkt die Menge an Caprylsäure. Damit entziehst du den Bakterien jeglichen Brennstoff und die “schlechten” Bakterien und Pilze beginnen sich zu vermehren.

Was du mit Caprylsäure dagegen unternehmen kannst

In so einem Fall kannst du Caprylsäure über mehrere Wochen oral einnehmen. Gleichzeitig solltest du aber auch deine Darmflora mit darmfreundlichen Bakterien oder probiotischen Lebensmitteln unterstützen. Eine intakte Darmflora hemmt nämlich die Vermehrung der Hefepilze.

An dieser Stelle schließt sich der Kreis auch zur ketogenen Ernährung wieder. Denn zuckerhaltige Speisen und leicht verwertbare Kohlenhydrate sind bevorzugte Nahrungsquellen für Darmpilze und “schlechte” Darmbakterien.

Zusätzlich ist es natürlich sinnvoll, Candida albicans nicht nur durch die Einnahme von Caprylsäure und probiotischen Kulturen zu bekämpfen, sondern dem Darmpilz gleichzeitig — und auch im Anschluss an eine erfolgreiche Behandlung — seine bevorzugte Nahrungsquelle zu entziehen, indem man den Verzehr von zuckerhaltigen Speisen und leicht verwertbaren Kohlehydraten einschränkt.

Die Caprylsäure arbeitet effektiv gegen eine Candida-Infektion. In höherer Dosierung eingesetzt zerstört sie den Hefepilz und sorgt für eine Normalisierung der Darmflora. Mit Caprylsäure ist es einfach, ein schwerwiegendes gesundheitliches Problem in den Griff zu bekommen!

Die Therapie selbst kann sich aber je nach Ausmaß von etwa drei bis vier Monaten auf bis zu zwei Jahren ausdehnen. Grund dafür ist dass sich der Candida-Pilz in den Falten der Darmwand verbirgt.

Wie kannst du Caprylsäure richtig einnehmen?

Wie oft sollte ich die Caprylsäure verwenden und wie soll ich sie einnehmen? Vielleicht sind jetzt nachdem du diesen Artikel gelesen hast ein paar dieser Fragen aufgetaucht. Wenn du dich bereits ketogen ernährst super – go for it. Dann solltest du Caprylsäure als Power-Booster am Morgen verwenden, damit du den ganzen Tag ausreichend mit Energie versorgt bist.

Es ist sogar möglich, dass du Caprylsäure morgens in deinen Smoothie oder deinen Kaffee gibt. Natürlich kannst du auch deinen Bulletproof Coffee damit tunen.

Am besten du beginnst am Anfang mit einem Teelöffel Öl pro Tag. Je stärker du dich ketogen ernährst, desto mehr solltest du die Dosis an Caprylsäure anpassen und erhöhen. Mehr als 3 Esslöffel solltest du jedoch nicht zu dir nehmen.

Welche Formen von Caprylsäure gibt es und was sind die Unterschiede?

Caprylsäure gibt es in

  • Öl
  • Kapseln
  • Tabletten

Öl weist eine hohe Reinheit auf und du kannst es einfach ins Essen mischen. Für unterwegs ist es aber etwas ungeeignet

Kapseln können einfach unterwegs eingenommen werden. Wenn du Vegetarier bist, könntest du aber mit der Kapselhülle Probleme haben. Meistens gibt es aber auch vegetarische bzw. vegane Alternativen. Die Wirkung tritt bei Kapseln aber aufgrund der Auflösung der Hülle etwas verzögert ein. Dem kannst du aber gegensteuern, indem du sie einfach öffnest und den Inhalt in Lebensmittel mischt.

Tabletten sind ebenfalls für unterwegs geeignet. Eine individuelle Dosierung ist bei Tabletten aber nur bedingt möglich.

Wo hat Caprylsäure vielleicht noch eine Wirkung?

Caprylsäure unterstützt laut aktueller Forschung die Modifikation von Ghrelin. [4] Ghrelin ist ein appetitanregendes Peptid. Es wird in der Magenschleimhaut und in der Bauchspeicheldrüse produziert. Caprylsäure hemmt dieses Hormon. In dieser Erkenntnis liegt vielleicht die Erklärung, warum Caprylsäure Energie bringt. Vielleicht ist es sogar in der Zukunft ein praktisches Schlankheitsmittel.

Menschen mit einer ungewöhnlich hohen oder geringen Magensäureproduktion können von der Caprylsäure profitieren, da diese in der Lage ist, die Magensäure auf ein akzeptables Maß zu bringen.

Neue Untersuchungen deuten auch darauf hin, dass die Caprylsäure protektiv auf Neuronen wirkt. Das heißt sie wirkt Alzheimer und Demenz möglicherweise effektiv entgegen. [5]

Die Nebenwirkungen von Caprylsäure

Manchmal kann es zu Magenschmerzen oder einer abführenden Wirkung kommen. Das hängt aber meist mit einer zu hohen Tagesdosis zusammen. Caprylsäure ist bei einer maximalen Tagesdosis von 2g in der Regel nebenwirkungsfrei.

Wichtig ist auch, dass es bei einer großen Menge an Candida zu einer Herxheimer Reaktion kommen. Das heißt es passiert eine Erstverschlechterung. Das liegt aber daran, dass auf einmal eine relativ große Menge an Pilzen im Darm absterben. Das führt weiter zu einer großen Freisetzung an Toxinen und Antigenen. Diese wiederum können sich bei dir in Form von Schwindel, Müdigkeit, ein Gefühl der Benommenheit, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit äußern.

Diese Reaktion nimmt aber in den allermeisten Fällen bei einer regelmäßigen Einnahme nach wenigen Tagen ab, bis sie schlussendlich ganz verschwindet.

Wo kannst du Caprylsäure kaufen?

Du kannst Caprylsäure wie oben beschrieben durch Kokosöl oder Butter aufnehmen. In diesen beiden Nahrungsmitteln sind größere Mengen enthalten. Willst du aber eine hohe Menge an Caprylsäure zu dir nehmen kannst du dir ein Öl kaufen, welches zu 100% aus Caprylsäure besteht. Caprylsäure gilt in Deutschland als ein Nahrungsergänzungsmittel, weshalb du es einfach in Apotheken oder Drogerien kaufen kannst. Alternativ findest du es auch auf Online-Verkaufsplattformen. Achte dabei aber darauf, dass dem Produkt keine Zusatzstoffe beigemischt sind.

Zusammenfassung

Für die extra Portion Energie fürs Gehirn kannst du Caprylsäure oder andere MCT-Öle einnehmen. Vielleicht willst du das sogar mit einer ketogenen Ernährung kombinieren.

Wenn die natürliche Besiedelung deines Darms ernsthaft geschädigt wurde oder wenn die Zusammensetzung der Darmflora nicht mehr stimmig ist, kann sich eine Candida-Infektion ausbreiten. Hier arbeiten die Caprylsäure und Probiotika effektiv gegen eine Candida-Infektion.

Quellen

[1] https://roempp.thieme.de/lexicon/RD-15-00158
[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/5714280/
[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2367001/
[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30103923/
[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29914035/

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