Lektinfreie Diät – könnte das Interessant sein für dich?

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  • Lektine sind Proteine in Pflanzen, die Entzündungen und Gewichtszunahme verursachen können.
  • Ein kalifornischer Kardiologe warb erstmals in Jahr 2017 mit der Idee lektinhaltige Nahrungsmittel zur Gewichtsabnahme und zur besseren der Gesundheit zu vermeiden.
  • Lektine kommen in vielen ansonsten gesunden Lebensmitteln vor, darunter Gemüse, Bohnen, Getreide, Nüsse und Samen.
  • Experten sind sich einig, dass den meisten Menschen wichtige Nährstoffe fehlen könnten, wenn sie eine lektinfreie Diät verfolgen.

Keto, Paleo, glutenfrei. Es gibt jedes Jahr eine neue “It” Diät mit einer umfangreichen Liste von Lebensmitteln, die man nicht essen darf. Dies macht den Lebensmitteleinkauf dann zu einem regelrechten Minenfeld. Einer dieser neuen Trends ist die lektinfreie Diät. Sie soll helfen Gewicht zu  reduzieren und für eine bessere Gesundheit sorgen. Was ist da dran? Und könnte das Interessant sein für dich?

Was sind Lektine?

Lektine sind pflanzliche Proteine, die in bestimmten Nahrungsmitteln wie Bohnen, Hülsenfrüchten, Linsen, Samen, Nüssen und einer Vielzahl von Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Paprika und Auberginen vorkommen. Man findet sie auch in vielen Getreidesorten, Früchten und Tieren, die mit Mais gefüttert werden.

Dr. Steven Gundry, MD, hat die lektinfreien Ernährung ins Leben gerufen, da er sagt, dass Lektine die Zellkommunikation stören und Entzündung verstärken. Dies kann zu einer schlechten Darmgesundheit führen und Verdauungsprobleme wie Blähungen und Durchfall oder gar Gewichtszunahme zur Folge haben [1].

Was genau ist denn nun die lektinfreie Ernährung?

Dr. Steven Gundry hat den Begriff “lektinfreie Ernährung” geprägt. Er ist ein ehemaliger Herzchirurg, der seinen Schwerpunkt auf Lebensmittel und ergänzende Medikamente gelegt hat. Er geht in seinem Buch “Das Paradox des langen Lebens: Mit der richtigen Ernährung bis ins hohe Alter jung und gesund bleiben” sogar so weit, dass er Lektine als die Hauptgefahr in der westlichen Ernährung deklariert. Tatsächlich gibt es viele Arten von Lebensmitteln, die Lektine enthalten, aber die drei Hauptkategorien sind Getreide, Nachtschattengewächse und Hülsenfrüchte [2].

Nahrungsmittel, die du bei einer lektinfreien Ernährung essen kannst

Alle pflanzlichen und tierischen Produkte enthalten Lektine. Am unteren ende der Skala und “bedenkfrei” sind:

  • Äpfel
  • Artischocken
  • Rucola
  • Spargel
  • Rüben
  • Brombeeren
  • Blaubeeren
  • Pak Choy
  • Broccoli
  • Rosenkohl
  • Kohl
  • Karotten
  • Blumenkohl
  • Sellerie
  • Kirschen
  • Schnittlauch
  • Blattkohl
  • Preiselbeeren
  • Grünkohl
  • Blattgemüse
  • Lauch
  • Zitronen
  • Pilze
  • Okra
  • Zwiebeln
  • Orangen
  • Kürbis
  • Radieschen
  • Himbeeren
  • Frühlingszwiebeln
  • Erdbeeren
  • Süßkartoffeln
  • Mangold

Du kannst auch alle Formen von tierischem Eiweiß essen, z.B:

  • Fisch
  • Rindfleisch
  • Huhn 
  • Eier

Nahrungsmittel, die du bei einer lektinfreien Diät meiden solltest

Zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Lektingehalt gehören:

  • Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln, Goji-Beeren, Paprika und Auberginen
  • Alle Hülsenfrüchte wie  z.B. Linsen, Bohnen, Erdnüsse und Kichererbsen
  • Produkte auf Erdnuss Basis, wie Erdnussbutter und Erdnussöl
  • Alle Körner und Produkte, die aus Getreide oder Mehl hergestellt werden, einschließlich Kuchen, Kekse und Brot
  • Viele Molkereiprodukte, wie zum Beispiel Milch

Vorteile

Für die Mehrheit der Menschen sind die gesundheitlichen Vorteile einer lektinfreien Ernährung nicht sofort greifbar. Gundry ist überzeugt, dass diese Diät zur Reduzierung von Blähungen und Völlegefühl, zur Steigerung von Energie und Stimmung, zur Beruhigung des Darms und zur Gewichtsabnahme verhilft [2]. Gundry sagt, dass er persönlich 30 kg mit einer lektinfreien Diät abgenommen hat und dass er viele seiner Patienten ebenfalls auf diesen Plan gesetzt hat.  Er zitiert auch eine Studie aus dem Jahr 2006, die darauf hinweist, dass eine lektinfreie Ernährung eine positive Wirkung auf Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und metabolischem Syndrom (eine Gruppe von Erkrankungen, die sich durch erhöhten Blutdruck, hohe Blutzuckerwerte, überschüssiges Körperfett im Bereich der Taille und anormale Cholesterinwerte auszeichnet) haben kann.

Andere Experten sind jedoch skeptisch, wie wirksam die Diät wirklich  ist. “Jedes Mal, wenn eine Diät damit beginnt, eine große Menge an Nahrungsgruppen auszuschließen, sollte man stutzig werden.”, sagt Ernährungsexpertin Goodson. “Die Vorteile des Verzehrs von Vollkorngetreide und Gemüse, die Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe liefern, überwiegen bei weitem das Risiko, dass eine kleine Menge Lektin zu Magen-Darm-Problemen führt”, sagt Ernährungswissenschaftlerin Samantha Cassetty, R.D.

Risiken 

Die lektinfreie Diät ist ein stark restriktiver Plan, was es für die allermeisten Menschen schwierig machen kann, sie langfristig einzuhalten. Der Plan beschränkt oder eliminiert auch die Aufnahme von  viele nahrhafte Lebensmittel, wie Vollkorngetreide, Bohnen und bestimmte Gemüse.

Eine 2016 durchgeführte Überprüfung von 45 Studien zeigte, dass der Verzehr von Vollkorngetreide dazu beitragen kann, das Risiko der Gesamtsterblichkeit und verschiedener Erkrankungen, darunter Herzkrankheiten, Diabetes und verschiedene Krebsarten, zu senken.

Obst und Gemüse hat auch viele gesundheitliche Vorteile. Der Verzehr von Obst und Gemüse kann das Risiko verschiedener Erkrankungen, einschließlich Herz- und Lungenkrankheiten, senken. Diese Nahrungsmittel können sich auch auf das Krebsrisiko auswirken und helfen, einer Gewichtszunahme vorzubeugen [3].

Eine lektinfreie Ernährung ist für Vegetarier oder Veganer fast unmöglich zu befolgen, da Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkorngetreide sowie Obst- und Gemüseschalen wichtige Ballaststoffe und Kalorien liefern.

Mein Fazit zur lektinfreien Diät

Wenn du nicht mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hast, ist es wahrscheinlich besser, wenn du dich langfristig an eine Diät hältst, die leichter einzuhalten ist und wo es mehr empirische Belege zu dem angepriesenen Erfolg und gibt. 
Diese Ernährungsform mag für manch einen sinnvoll sein, der genetisch bedingt besonders empfindlich auf Lektine reagiert. Für die meisten von uns gilt, Lektine in Maßen zu sich zu nehmen und es nicht zu übertreiben. Um komplett eine lektinfreie Diät zu befolgen, fehlen noch wissenschaftliche Belege, die mich vom Hocker hauen würden.

Quellen

[1] http://www.harperwave.com/book/9780062911834/The-Plant-Paradox-Family-Cookbook-Steven-R.-Gundry-MD
[2] https://drgundry.com/what-are-lectins-in-food
[3] https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/krebs-vorbeugen/ernaehrung-praevention/index.php

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