Was ist Langlebigkeit und warum du dich damit auseinander setzen solltest

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Langlebigkeit – wieso solltest du dich mehr damit auseinandersetzen? Derzeit leben mehr als 500,000 Hundertjährige auf der Welt (Stand Juli 2019) [1] und ich bin davon überzeugt, dass mit der Rate des heutigen Fortschritts, es für die Mehrheit der unter 30-Jährigen normal sein wird seinen 100sten Geburtstag zu feiern (100 wird das neue 60!). Das meine ich todernst und wenn du bis zum Ende dieses Artikels liest, bin ich überzeugt, dass auch du das so sehen wirst.

Wie also werden wir unseren 100sten Geburtstag erleben? Richtig, indem wir in unsere Langlebigkeit investieren!

In diesem Artikel kläre ich auf

  • was ist Langlebigkeit?
  • was die neuesten Erkenntnisse sind warum wir überhaupt altern
  • 6 Dinge, die dich schneller altern lassen
  • warum Biohacking dir hilft länger gesund zu bleiben

Langlebigkeit – was ist das?

Langlebigkeit ist eigentlich nur der übersetzte deutsche Begriff für “longevity”, der in den USA seit spätestens 2019 in aller Munde ist. Aber warum ist das so? Und wieso solltest auch du dich mit deiner “longevity” auseinandersetzen?

Es deutet alles darauf hin, dass Langlebigkeit viel mehr in den Fokus rücken wird, als es momentan der Fall ist. Denn wenn wir auf die Forschung der letzten 50 Jahre blicken und die Gelder, die in das Aufhalten von Krankheiten investiert wurde, ist die Ausbeute eher ernüchternd. Und genau deshalb wird vielen bei dem Gedanken ans Altern mulmig. Denn wenn wir an ein hohes Alter denken assoziieren wir dies oft mit Krankheit, die uns in den letzen 10-20 Jahren unseres Lebens begleiten und einen langen Leidensweg mit sich bringen.

Laut Dr. Sinclair und seiner „Informational Theory of Aging“ jedoch kann das bald Geschichte sein! Er vergleicht „Altern“ mit einem Verlauf einer Krankheit und vielmehr als Informationsverlust über die Zeit. Wir verstehen mittlerweile schon die meisten Zusammenhänge dieses Informationsverlustes und können aktiv dagegen angehen. Wichtig ist hier: Prävention! Genau hier ist unser Gesundheitssystem noch nicht ganz auf dem neuesten Stand – denn momentan behandeln wir Dinge erst wenn sie da sind. Hast du aber einmal Alzheimer ist es unwahrscheinlich, dass du diese Krankheit umkehren kannst. Mittlerweile ist die Forschung aber so weit, dass sie Weichen versteht, die es gilt zu stellen, um seine Wahrscheinlichkeit diese Krankheit zu entwickeln erst gar nicht aufkommen lässt. Und genau deshalb sollten wir uns alle mit Langlebigkeit auseinandersetzen. [2][3]

Prävention ist der Schlüssel

Die beste Strategie scheint also zu sein präventive Maßnahmen vorzunehmen (z.B. mit Biohacking) und seine Gesundheitsspanne zu verlängern: Also die Zeit, die mit Lebensenergie und Gesundheit gefüllt. Denn es folgt in bisher jedem Leben eine „Krankheitsspanne“, die darin endet, dass wir sterben. Und die haben wir nicht geschafft merklich zu verbessern trotz all der Investitionen, die wir in Forschung für teure Medikamente gesteckt haben.

Mittlerweile wissen wir, dass Krankheiten, die wir erst mit 60+ sehen werden, schon früh durch unseren Lebensstil geprägt in die Wege geleitet werden. Und nun kommt es: Es ist faszinierend, dass die Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn zeigen konnte, dass wir unterschiedlich schnell altern trotz gleich vieler Lebensjahre (also wie “alt” dein Körper wirklich ist). Es ist nicht bloß auf „gute Gene“ oder „Schicksal“ zurückzuführen, wenn manche Menschen bis ins hohe Alter fitter, jünger, gesünder sind als andere. „Man kommt mit einer bestimmten Menge an Genen zur Welt, aber unsere Lebensweise beeinflusst wie sich die Gene exprimieren“ (die Entschlüsselung des Alterns“, 2018) [4]. Wenn dich das noch nicht überzeugen konnte, warum du in deine Langlebigkeit investieren solltest, dann lies hier die genauen Gründe, die uns bekannt sind, warum wir genau altern.

Warum wir überhaupt altern – neueste Erkenntnisse, die dich verblüffen werden!

Nach Dr. David Sinclair und seiner “Informationstheorie des Alterns” ist das sogenannte epigenetische Rauschen dafür verantwortlich, dass wir altern: das sind allerlei zerstörerische Mängel in der Zelle z.B. wenn DNA zerbrochen ist durch etwa Strahlung oder Stress. Dies ist der Grund warum Stammzellen altern/erschöpfen, Mitochondrien Fehlfunktionen entwickeln, Telomere schneller verkürzen. Wichtig ist: es gibt nicht einen einzigen Grund warum wir altern – vielmehr geschehen viele Degenerative Dinge gleichzeitig, die wir irgendwann nicht mehr aufhalten können. Hier fasse ich die Dinge zusammen, die Dave Asprey (Gründer von Biohacking und dem Bulletproof Coffee) in seinem Buch “Superhuman” im Detail erläutert und die dich schneller altern lassen könnten [5].

6 Dinge, die dich schneller altern lassen

1. Stammzellen altern

Unsere Zellen müssen sich ständig erneuern damit lebenswichtige Körpergewebe gesund bleiben (um genau zu sein, Zellen im Immunsystem, Darm, Knochen, Lunge, Leber, Haut, Haarfollikel, Bauchspeicheldrüse, Gefäße unseres Herz-Kreislauf-Systems, die glatten Muskelzellen des Herzens, die Zellen unseres Hippocampus).  Wenn wir jung sind haben wir eine große Anzahl an Stammzellen in unserem Körper, die einspringen um Zellen zu erneuern (z.B. wenn du dir etwas brichst oder dir eine Bänderdehnung zuziehst). Dein Reserve an Stammzellen verringert sich mit der Zeit dadurch dass sie immer wieder Reparaturen vornehmen müssen und sogar die Stammzellen selbst altern.

2. Energieverlust von Mitochondrien

Mitochondrien sind bekanntlich die Kraftwerke deiner Zellen -um genau zu sein haben wir haben mehr als 1 Billiarde davon in unserem Körper. Sie bestimmen maßgeblich die Qualität deines Lebens: Sie sind nicht nur für die Energieproduktion deiner Zellen verantwortlich (ATP) sondern beeinflussen Mechanismen wie die Zellteilung, den Zellzyklus und sogar die physiologische Homöostase. Leider „altern“ diese auch: Vom 30. Bis 50. Lebensjahr verringert sich die Effizienz deiner Mitochondrien um ca 50%.

Der durchschnittliche 70-Jährige hat also etwa die Hälfte der Zellenergie eines 30-Jährigen!

Hinzukommt, dass die DNA der Mitochondrien leider sehr viel anfälliger für Mutationen als unsere eigene DNA ist.

3. Telomerverkürzung

Das Wichtigste zuerst- was genau sind Telomere?

Telomere sind sich wiederholende, nicht-codierte DNS-Abschnitte an den Enden der Chromosome. Man kann sich diese wie die Endkappen von Schnürsenkeln vorstellen, die mit den Jahren „verschleißen“ durch immer wiederkehrende Zellteilung bis sie zu kurz sind und einen Stopp zur Zellteilung einleiten. Neugeborene haben Telomere von ca 10 000 Basenpaaren. Bei 65-Jährigen sind es nur noch rund 48000 Basenpaare.

Die Erneuerung unserer Gewebe essentiell, und um sicherzustellen, dass die DNA-Fracht bei der Teilung unversehrt bleibt sind Telomere hierbei von großer Bedeutung: sie stellen sicher, dass die genetische Gebrauchsanweisung bei diesem Vorgang unversehrt bleibt. Telomere werden also mit jeder Zellteilung kürzer und beeinflussen wie schnell unsere Zellen altern und wann sie absterben.

4. Zombie Zellen

Wenn Zellen sich nicht mehr teilen können agieren unsere Telomere als „Stopp-Schalter“ und die Zellen werden „seneszent“ (welches wir als natürliche Grenze für die Anzahl an Zellteilungen bezeichnen). Oft erleben diese Zellen nicht einen natürliche Zelltot und sind weiterhin aktiv. Sie werden wie „Zombies“: diese Zellen empfangen Signale nicht mehr richtig und senden andersrum auch nicht mehr die richtigen Botschaften weiter. Sie können entzündungsfördernde Substanzen freisetzen, die uns anfälliger für Schmerz und chronische Krankheiten machen.

Kurzum, haben wir zu viele dieser Zellen in unserem Gewebe beginnen wir zu altern!

5. Zelluläre  Überzuckerung

Die extrazelluläre Matrix bildet den Raum zwischen unseren Zellen, die unser Gewebe vor Stress, Trauma und sogar Schwerkraft schützen. Es ist eine Masse, die man sich wie Wackelpudding vorstellen kann. Mit zunehmendem Alter kann diese Masse versteifen.

Warum? Der Konsum von zu viel Zucker!

Wenn Zucker (insbesondere Glukose und Fruktose)  in unserem Blut zirkuliert reagiert dieser chemisch mit Proteinen und der Körper bildet sogenannte Glykationsendprodukte, die entzündlich sind. Je mehr Zucker wir zu uns nehmen desto mehr dieser Endprodukte entstehen und desto schneller versteift diese Matrix. Wir können diese Verzuckerung aber schneller sehen und zwar an unserer Haut: Kollagen und Elastin sind besonders von Glykation betroffen. Die Strukturen der Hautzellen sind beeinträchtigt, die Festigkeit und Elastizität nimmt ab und unsere Haut verliert Spannkraft. Essen wir gebratene, gegrillte oder gebackene Lebensmittel, nehmen wir diese Endprodukte sogar direkt zu uns – sie sind in der braunen Kruste enthalten, die beim Erhitzen der Lebensmittel entsteht!

6. Müll in unserem Körper

Mit zunehmendem Alter entstehen mehr und mehr extrazelluläre Aggregate (Abfallprodukte) in und außerhalb unserer Zellen.

1. Müll in unseren Zellen: Fast alle Zellen besitzen ein eingebautes Abfallentsorgunssystem (ein Lysosom). Wenn dieses Lysosom bestimmte Materialien nicht abbauen kann, um sie zu verbrennen, sitzen die Abfallprodukte einfach dort und verstopfen die Zellen, bis sie nicht mehr funktionieren können. Dafür gibt es 2 Gründe:

a. Lysosomen sind auf über 60 Arten von Enzymen angewiesen, um die Abfallprodukte unserer abzubauen. Wenn diese Mangelware sind können sie nicht funktionieren.
b. Wenn wir zu viele Lebensmittel essen, die unser Lysosom nicht verbrennen kann (z.B: AGEs, die Sie essen)

2. Müll außerhalb unserer Zellen: Amyloide sind hier Abfall der sich außerhalb unserer Zellen ansammelt (normalerweise dysfunktionale oder falsch geformte Proteine). Wenn sich davon viele ansammeln kleben sie zusammen und bilden Plaques. Patienten mit Alzheimer zeigen alle Beta-Amyloide im Hirn auf – also wirklich ein Vorgang, den wir vermeiden wollen!

Was du für deine Langlebigkeit tun kannst – Biohacking und Altern aufhalten

Im Allgemeinen ist es ganz einfach: meide die Dinge die dich schnell altern lassen und verbessere die Dinge, die deinen Alterungsprozess verlangsamen.
Im Biohacking nehmen wir unsere Gesundheit selber in die Hand und verstehen genau wie unser Körper funktioniert und wie wir mit ihm zusammenarbeiten können. Was lässt Stammzellen z.B. schneller altern? Wieso sind die Telomere von Rauchern kürzer als die von Nichtrauchern? Welche Lebensgewohnheiten schaden deiner Langlebigkeit? All diese Frage kannst du mit Biohacking beantworten und daran arbeiten deine Gesundheitsspanne so lange wie möglich zu erweitern und dein Leben bis ins hohe Alter genießen zu können. Dann ist 100 wirklich das neue 60 in einer positiven Vision!

Hier schon einmal ein Vorgeschmack, wie du Prävention praktizieren kannst und deine Gesundheitsspanne maximierst:

  1. Gib deinem Körper die Nährstoffe die er Braucht – du bist was du isst
  2. Aktiviere Autophagie – das Zauberwort heißt Intervallfasten
  3. Bewege dich täglich
  4. Lass deinen Schlaf niemals zu kurz kommen
  5. Praktizieren Mindfulness (Yoga, Meditation)
  6. Minimiere deinen Stress
  7. Entgifte dich regelmäßig
  8. Setze dich „gutem Stress“ aus (z.B. HIIT training, Kälte, Sauna)
  9. Iss weniger
  10. Verhelfe dir mit Supplementen, die DIR helfen deine Ziele besser zu unterstützen

Quellen

[1] https://www.mdr.de/wissen/hundertjaehrige-weltbevoelkerung-wachstum-100.html
[2] David Sinclair: Das Ende des Alterns. Die revolutionäre Medizin von Morgen. DuMont Verlag Köln, 2019, 511 Seiten, 24,00 EUR (D).
[3] https://www.riffreporter.de/erbe-umwelt-peter-spork/ende_des_alterns/
[4] Dr. Elizabeth Blackburn, Dr. Elissa Epel: Die Entschlüsselung des Alterns. Der Telomer Effekt. Goldmann Verlag, 2018, 462 Seiten, 14,40 Euro (D).
[5] Dave Asprey: Superhuman. Why we age and why we don’t have to. Harper Collins Publishers, 2019. $28,99 (USD).

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